Üllnitz

Dorf 7,5 km westlich von Calbe. 1363 heisst es Vlnitz. Die Kirche St. Augustini in Filial von Glöthe, früher von Förderstedt und noch früher von Brumby.

Aus: Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Calbe; Halle a.d.S. 1885

Goeze, Johann August Ephraim

Die Harzgegend, oder eine kleine Reise von drey Tagen, zum Unterricht und Vergnügen der Jugend / Von J. A. E. Goeze. - Leipzig : Weidmann, 1785-1788

Auszüge aus einem Werk von Johann August Ephraim G o e z e

Pastor in Quedlinburg

  „Eine pure Dorfreise zum Unterricht und Vergnügen der Jugend“

Leipzig, Weidmannsche Buchhandlung, 1788

Veranlassung zu dem Werk war eine Reise eines Freundes, der im Auftrag eines Quedlinburger Stiftes im östlichen Teil der Magdeburger Börde den Erbzins einzuholen hatte. Dieser forderte ihn auf, ihn zu begleiten. Goeze bemerkte: „Ich lies mich nicht zweimal bitten. Ich reiste mit.“ Die Reise begann in Staßfurt  und ging über Förderstedt, von dort kamen sie nach Uellnitz.

Von Uellnitz berichtet Goetz: „Das Örtchen bestand nur etwa aus 40 Feuerstätten, oder Hütten, weil es 1834, den 8.September, gänzlich abgebrannt war. Es ist aber die Tochterfiliale von einem größeren Dorfe Glöthe.“ Über  den großen Brand  ließ Goeze sich von den Ortsbewohnern folgendes erzählen:  “Das Feuer entstand durch einen Wetterschlag , der an verschiedenen Orten zündete, daß gleich alles in vollen Flammen stand. Auch nicht ein Stall ist stehengeblieben, außer Schänke, Schule und Kirche.“ Hierzu berichtet er noch, daß der damalige Schulmeister zu seinen Kindern  folgendes gesagt haben soll: “ Liebe Kinder! Eine große Strafe von Gott, daß alle übrigen Häuser unseres Ortes abgebrannt, aber Kirche, Schule und Schänke stehengeblieben sind. Ein rechtes Wunderzeichen! Warum die Schänke, werdet ihr fragen, darin soviel Böses geschieht? Die Schänke hat der Teufel, die Kirche und Schule aber Gott bewahrt.“

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