Nachfahren des Ewert Moncker

(erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit; siehe dazu Deutsches Geschlechterbuch Bände 164 und 199)

Die in rot aufgeführten Namen kennzeichnen die direkte Linie vom ältesten, mir bekannten Münker bis zum Probanden der Ahnentafel (Janning, mein Sohn).

Ursprung und Bedeutung des Familiennamens     Wappen der Familie Münker

Nachstehende Tabelle zeigt "meine" Linie Münker im DGB auf.

Nummerierung lt. DGB Kekule Bezeichnung DGB-Seite
I 352256   DGB 199 Seite 156
II 176128   DGB 199 Seite 156
III 88064   DGB 199 Seiten 156/157
IV b 44032   DGB 199 Seiten 333/334
V c 22016 Ferndorfer Hauptstamm DGB 199 Seite 336
VI e 11008 Ferndorfer Stamm DGB 199 Seite 435
VII g 5504 Friedricher Unterstamm DGB 199 Seiten 435/436
VIII m 2752 Balthasarscher Hauptast DGB 199 Seite 443
IX t 1376   DGB 199 Seite 449
X zc 688 Harzer Ast DGB 199 Seiten 449-451
XI z 344 Jüngerer Mägdesprunger Ast DGB 199 Seiten 459/460
XII ze 172 Älterer Mägdesprunger Hauptzweig DGB 164 Seite 257
XIII 4. 86 Jüngerer Mägdesprunger Hauptzweig DGB 164 Seite 261
XIV 43   Nicht mehr im DGB enthalten

 

1.  Ewert (Eberhard) Moncker ,  Kekule 352256* um 1415 in Siegen,  † zw. 1476/80 in Siegen, wohnhaft in Siegen (erwähnt im Bürgerverzeichnis von Siegen 1455/56 "uffm pueyl" (auf dem Pfuhl, heutige Alte Poststraße) und 1475 an der "westflarportze" (heutiges Löhrtor), Hauseigentümer zu Siegen).

                             Kinder:

            2.       i      Ewert (Eberhard) Moncker   * um 1440.

                      ii.    Gotschalck Moncker

                      iii.   Coirt Moncker

 

Zweite Generation

2.  Ewert (Eberhard) Moncker , Kekule 176128,  anderer Name Monicker, anderer Name Moincker, anderer Name Muncker,  * um 1440 in Siegen,  † um 1505 in Siegen-Eiserfeld, Beruf Hammerschmied, Beruf Hüttenbesitzer.  Hammerschmied, Hüttenbesitzer und Hauseigentümer zu Siegen und Eiserfeld; erwähnt in den Bedelisten noch nicht 1461, aber ab 1467; erwähnt 1467 bis 1503 in den gräflichen Renteirechnungen unter Eisern und Eiserfeld als Steuerzahler; 1467 zahlt er für 4 Fuder auf dem Rosterberg geförderten Eisenstein 1 gl Bergzehnten; erwähnt 1487 im Bürgerverzeichnis von Siegen in der "smergasse" (Schmergasse); 1497 erscheint zu Eiserfeld bei Tilman Tylnteygh (Diltey) unter Maibede "tilman tilnteygh irb" (Erbe), bei der Herbstbede steht "tylnteygh muncker" und 1502 "ewert moncker tylnteygh". Diesen Zunamen erhielt Ewert Moncker durch die Einheirat in die wohlhabende Familie Dilthey, er ist einziger Erbe seines Schwiegervaters. 

      Er heiratete N. Tylnteigh , Anderer Name Dilthey, Heirat ca. 1470/75, (Tochter von Tilmann Tylnteigh und n.n. )  * ca. 1450 in Siegen,  † nach 1475 in Siegen-Eiserfeld.

                             Kinder:

            3.       i      Tilman Moncker der Ältere   * um 1475.

 

Dritte Generation

3.  Tilman Moncker der Ältere  , Kekule 88064, anderer Name Muncker,  * um 1475 in Siegen,  † zw. 1535/38 in Siegen-Münkershütten, Beruf Hammerschmied, Beruf Hammergewerke, Beruf Schöffe.  Hammerschmied, Hammergewerke und Hausbesitzer zu Münkershütten, Krombach und Siegen, Schöffe am Haingericht ebd.; Besitzer des nach ihm benannten "Dielman (Tilman) Monckershamer", der späteren "Münkershütte" (einer von 7 Hüttenorten, die später die Gemeinde Weidenau bildeten). 

     Um 1500 wird Tilman Moncker durch Einheirat Teilhaber des Hammers, der 1506/07 als "Pusch Heyderichs und Tilmanshamer" und 1519 als "Dielman Monckershamer" in der Renteirechnung bezeichnet wird. Ab 1519 ist Tilman M. der alleinige Besitzer. Dieser Hammer wird in den Urkunden von 1417, 1444 und 1463 als Besitz der Familie Fick nachgewiesen.

     Nach den Hüttenzinslisten zahlt Tilman M. 1505 6 Gulden und ab 1519 ebenfalls 6 Gulden Hüttenzins, d.h. mehr als man in den anderen Hütten als Zins abgeben mußte. Der Durchschnitt lag zwischen 3 und 4 Gulden. Ab 1501 zahlt er Bede (Steuern) als Hammerschmied, 1505 wird Zilman M. Besitzer des väterlichen Erbes zu Eiserfeld; ebd. ist er in der Bedeliste aufgeführt.

     1519 werden seine Wiesen und Felder oberhalb der Fickenhütte und 1534 sein Grundbesitz am Isborn genannt. In einem Kaufvertrag vom 15.4.1521 heißt es: (Auszug) "Katharina, Witwe des Hannes Crombach, verkauft dem Tilman Moncker, Tryne, seiner ehelichen Hausfrau ihr Haus binnen Siegen in der Marburgerstraße...., vorn von der Straße bis hinten an die Hinterstraße, mit dem Stall daran, dazu die Scheuer dem Haus gegenüber. Das Haus gibt jährlich in die Renterei zu Siegen 1 Heller Bodenzins, den Altaristen daselbst, auf St. Martin im Winter, 1 Gulden Rädergeld. Die Scheuer ist ebenfalls zu Gunsten der Renterei belastet. Der Kaufpreis beträgt 109 Gulden und 6 Weißpfennig Siegenscher Währung". Von einem anderen Haus - de domo sua Crombach - zahlte er von 1521 bis 1525 Abgaben an die Siegener Kirche.

     Folgende Angaben geben ein gutes Bild über die großen Leistungen und Lieferungen der Hammerhütte des Tilman Moncker:

     1512 schenkt er zusammen mit anderen Hüttengewerken Eisen zum Umbau der Martinikirche zu Siegen. Mit dem Landesherrn stand er in geschäftlichen Beziehungen. An "Meistern Dilman Monckern Hammersmydden" werden im nächsten Jahrzehnt von der Gräflichen Rentei wiederholt größere Beträge für Eisen gezahlt. Im Jahre 1521/22 liefert er "21 wogen ysens grober starken schenen..., die buchsenreder (Geschützräder) damit zu beslagen". 1526/27 werden bei Tilman M. 10 Wagen Eisen "zur fassung der büchsen" aufgeführt. Im selben Jahre führt er eine größere Lieferung an den Grafen nach Dillenburg aus. Es sind 6 Wagen geschmiedetes Eisen, und zwar 2 Wagen "große lange Stangen", 2 Wagen "große dicke vierkantige steben zu bergysen, kylhauen (Keilhacken) und berghemer" (Berghämmer) und 2 Wagen "gemeine stebe", die durch "Dielmann den Moncker" geschmiedet waren und erhält dafür 8 Gulden.

      Für die Größe des Hammers unter Tilman Moncker und seinen Söhnen spricht auch die Höhe der Besteuerung. Unter den 140     Hämmer und Hütten im Siegerland des 16. Jahrhunderts zählte die "Münkershütte" zu den viert Höchstbesteuerten

      Er heiratete Tryne (Catharina) Fick , Heirat vor 1500 in Siegen-Münkershütten,  * um 1475 in Siegen-Münkershütten, (Tochter von Tonnies (Tonges) Fick und n.n. )  † nach 1521 in Siegen-Münkershütten.

                             Kinder:

                      i.     Leisgen (Elisabeth) Moncker ,  * um 1505 in Siegen-Münkershütten,  † um 1576 in Siegen-vor der Hardt.  Sie heiratete Henchen vor der Hardt II , Heirat um 1525,  * um 1490 in Siegen-vor der Hardt, (Sohn von Henchen vor der Hardt I )  † 1554 in Siegen-vor der Hardt, Beruf Hammerschmied, wohnhaft in Siegen-vor der Hardt.

            4.       ii.    Thonges Moncker   * um 1505/08.

            5.       iii.   Jacob Moncker   * um 1505/10.

                      iv.   Else Moncker ,  * um 1510 in Siegen-Münkershütten.  Sie heiratete Hermann Wendener ,  * um 1500,        † vor 1546 in Siegen-Münkershütten, Beruf Hammerschmied, wohnhaft in Siegen-Münkershütten.

                      v.    Hans Moncker ,  * um 1515/20 in Siegen-Münkershütten,  † um 1575 in Siegen-Münkershütten, wohnhaft in Siegen-Münkershütten (wohnt 1563 und 1566 in einem Haus, das ihm und seinen zwei Brüdern gehört; im Verzeichnis der Hausgessenen von 1563 werden er und seine Frau (ohne Kinder!) aufgeführt; erscheint 1572 als Steuerzahler.), Beruf Hammerschmied.  Er heiratete n.n. , Heirat (erwähnt 1563).

            6.       vi.   Jost Muncker   * um 1520.

 

Vierte Generation

4.  Thonges Moncker ,  * um 1505/08 in Siegen-Münkershütten,  † zw. 1563/66 in Siegen-Münkershütten, Beruf Hammerschmied (Teilhaber der Münkershütte), Beruf Gewerke (zu Münkershütten und zu Müsenershütten), Beruf Eisenhändler, wohnhaft in Siegen-Münkershütten.  Thonges Muncker erscheint erstmals in der Siegener Mühlenrechnung von 1530 zu Münkershütten. Als Hammerschmied ist er im "Türkensteuerverzeichnis" mit einem Steuersatz von 2 Gulden aufgeführt.

     Das "Oberhofurteilsbuch" des Amtes Siegen nennt ihn 1549 und im "Freitagsverhörbuch" ist er 1562 verzeichnet. 1545 lieferte Thonges M. dem Junker von Burgholdinghausen "Müsener Eisenstein". Diese Lieferung führte zu einem Prozeß mit dem Junker, der sich viele Jahre hinzog. In den Prozeßakten wird nach 1560 vermerkt, daß Thonges M. "nach Lübeck oder Livland weggezogen sei und Weib und Kinder habe sitzen lassen". In dem Verzeichnis der Hausgesessenen von 1563 ist er nicht mehr aufgeführt. Thonges Vermögen erbte sein Schwiegersohn Peter Flender. 

     Er heiratete Elsgin von Müsen , Heirat vor 1532, (Tochter von Hans von Müsen )  † nach 1567.

                             Kinder:

            7.       i.     n.n. Moncker .

 

5.  Jacob Moncker ,  * um 1505/10 in Siegen-Münkershütten,  † zw. 1563/66 in Siegen-Münkershütten, Beruf Hammerschmied (Teilhaber der Münkershütte), Beruf Gewerke (in Münkershütten).  Im "Türkensteuerverzeichnis" von 1546 wird Jakob Muncker mit einem Steuersatz von 2 1/2 Gulden erwähnt. Bei einem Kaufvertrag vom 18.1.1551 gehört Jakob M. zu den "Weinkaufsleuten" (Kaufzeugen), 1553 und 1554 sind Jakob und Jost Muncker in den Eisenzollrechnungen als Brüder genannt. Jakob M. ist 1559 Mitkäufer des Heiligen-Geist-Hofes zu Weidenau.

     In dem aus dem Jahre 1563 überlieferten Verzeichnis der "Hausgesessenen" (Hauseigentümer) sind folgende Angaben über seinen Hausstand mitgeteilt:

     1 Haus, Jakob Muncker sein Weib, 1 Dienstbote, 6 Kinder, zus. 9 Personen, 19 Stück Rindvieh, 24 Schafe, 6 Schweine und 1 Pferd. 

      Er heiratete (1) n.n. , Heirat um 1535.  Er heiratete (2) Anna n.n. , Heirat nach 1550,  * um 1530,  † 1613 in Siegen-Münkershütten (zwischen 20.7./21.9.1613, alt über 80 Jahre).

                             Kinder von Anna n.n.:

            8.       i.     Elsa Moncker   * nach 1550.

                      ii.    Jost Moncker ,  * (lebt 1572).

                      iii.   Hans Moncker ,  † vor 1572.

 

6.  Jost Muncker , Kekule 44032, Religion EV,  * um 1520 in Siegen-Münkershütten,  † um 1585 in Siegen-Münkershütten, Beruf Hammerschmied, Beruf Gewerke, Beruf 1563-1584 Haingerichtsschöffe, Beruf 1577/78 Schultheiß-Amtsverwalter, wohnhaft in Siegen-Münkershütten.  Hammerschmied, Gewerke und Hausbesitzer zu Münkershütten, Besitzer der "Munckershutte", Haingerichtsschöffe und Schultheiß-Amtsverwalter des Haingerichtes

     Nach dem Tode seines Vaters übernimmt Jost Muncker mit seinen Geschwistern das Erbe, den "Dielman Monckershamer".

     Im "Türkensteuerverzeichnis" von 1546 erscheint er als Hammerschmied und zahlt 3 Gulden 1 Albus Steuer. Vor 1563 wohnte Jost M. wahrscheinlich im elterlichen Hause in der Marburger Straße zu Siegen. Dann wird er Eigentümer des größten Hauses zu Münkershütten, das er 1563/64 erbaut hat.

     Aus der "Reichs- und Türkensteuerliste" von 1566 ist zu ersehen, daß sein Vermögen bei weitem das der anderen Bewohner des Hüttenortes übersteigt. Unter seinem Namen ist dort aufgeführt: 1 Haus und eine Scheune 150 Gulden, Garten 40 Gulden, Wiese 500 Gulden, Feld 320 Gulden, Hauberg 140 Gulden, 11 Kühe, 5 Rinder, Vorrat: an Kohlen 90 Gulden, an Eisen 300 Gulden. Forderung: 300 Gulden, Gesamtvermögen: 1840 Gulden, Steuer: 20 Gulden, der Höchstbesteuerte. Es werden bei seinem Hausstand noch aufgezählt: Jost (Knecht), Hanns (Knecht), Hans Oistheller, Philipp von Buschhütten und Elsa (Magd).

     Jost Muncker ist 1559 wie sein Bruder Jakob Käufer des Heiligen-Geist-Hofes. Mit seiner Frau Feighe erwirbt er 1573 den gräflichen Hauberg in der Engsbach.

     1567 ist er als einer der vier Vertreter der Hammerschmiede und Massenbläser bei Verhandlungen mit dem nassauischen Grafen Johann VI. genannt. Von 1563 bis 1584 ist Jost M. Schöffe am Haingericht und 1577/78 Schultheiß-Amtsverwalter daselbst. 

      Er heiratete Feighe (Sophie) n.n. , Heirat um 1545 in Siegen-Münkershütten, Kekule 44033,  * vor 1532,  † nach 1550.

                             Kinder:

                      i.     Margarethe Muncker ,  * um 1545 in Siegen-Münkershütten,  † zw. 1585/1617 in Siegen.  Sie heiratete (1) Johann Altgelt , Heirat um 1564,  * um 1520/25 in Siegen, (Sohn von Ebert Altgelt und Agnes Sprenger )     † zw. 13.5./28.10.1581 in Siegen, Beruf Bäcker, Beruf Gastwirt ("Zum Heiligen Geist" in Siegen), Beruf Ratsverwandter, Beruf Schöffe, Beruf Bürgermeister (1575, 1577, 1578, 1580).  Sie heiratete (2) Philipp Alsdorf , Heirat 24.12.1584 in Siegen,  * in Kirchen-Freusburg, (Sohn von Wiegand Alsdorf )  † vor 1617 in Siegen, Beruf 1580-1611 Schultheiß (zu Netphen), wohnhaft in Siegen (Bürger seit 1584).

            9.       ii.    Hans Muncker   * um 1545/50.

            10.     iii.   Tilmann Muncker der Jüngere   * um 1550.

 

Fünfte Generation

7.  n.n. Moncker .  Sie heiratete Peter Flendener , Heirat um 1560,  * um 1535 in Siegen-Schneppenkauten, (Sohn von Orthiln Johann Flendener)  † zw. 1589/92 in Siegen-Münkershütten, Beruf Hammerschmied, Beruf Gewerke (im schwiegerelterlichen Haus).

                             Kinder:

            11.     i.     Hans Flendener   * 2.1.1560.

 

8.  Elsa Moncker ,  * nach 1550 in Siegen-Münkershütten,  † in Siegen-Haardt.  Sie heiratete Henchen Flendener ,  * vor 1555 in Siegen-Haardt, (Sohn von Chonn (Konrad) vor der Hardt und Gela Latsch )  † zw. 1605-1611 in Siegen-Haardt, Beruf Hammerschmied, Beruf Gewerke.

                             Kinder:

                      i.     n.n. Flendener , Religion ev,  * um 1576 in vor der Hardt.  Sie heiratete Wilhelm Holzklau .

            12.     ii.    Henrich Flender   * um 1578.

 

9.  Hans Muncker ,  * um 1545/50 in Siegen-Münkershütten,  † zw. 1600/1610 in Siegen-Münkershütten, Beruf Hammerschmied, Beruf Gewerke, wohnhaft in Siegen-Münkershütten.

                             Kinder:

            13.     i.     Johannes Muncker   * um 1585.

 

10.  Tilmann Muncker der Jüngere , Kekule 22016, Religion EV,  * um 1550 in Siegen-Münkershütten,  † 1624 in Kreuztal-Ferndorf vorm Berg, begraben 30.09.1624 in Kreuztal-Ferndorf vorm Berg, Beruf Hammergewerke (zu Ferndorf), Beruf Hammerschmied (Teilhaber des Hammers "vorm Berg"), Beruf Gerichtsschöffe, Beruf Kirchenältester (zu Ferndorf).  Mit Tilmann Muncker wird Ferndorf zum Stammort des Geschlechtes. In diesem alten Ort des Siegerlandes leben von 1576 bis zur Gegenwart, in 400 Jahren, 12 Generationen der Familie.

       Die erste Erwähnung von Ferndorf ist aus dem Jahr 1067 überliefert. Im 13. und 14. Jahrhundert, als die Waldschmieden verlassen wurden und man die Wasserkraft für die Hämmer zu nutzen lernte, gewinnt auch Ferndorf als "Hüttenort" an Bedeutung. Südlich des Kirchdorfes entsteht an der Ferndorf, dem Bach gleichen Namens, die Hammersiedlung "vorm Berg" (d.h. vor dem Berge). Der "Berger Hammer" wird erstmalig 1463 urkundlich erwähnt.

       Mit seinem väterlichen Erbteil wird Tilmann Muncker Teilhaber des Hammers. Von den fünf Steuerpflichtigen vorm Berg, sind vier, darunter Tilmann M., Hammergewerke: jeder von ihnen hat ein Viertel Anteil zu je sechs Hammertagen. Jeder Hammertag ist mit 50 Gulden veranschlagt, so daß sich ein Gesamtwert von 1200 Gulden für den Hammer ergibt. Der Siegener Reidemeister Ägidius Obenstruth ist der Haupteigentümer des Berger Hammers. Tilmann M. ist der einzige der vier Teilhaber, der in keinem geldlichen Abhängigkeitsverhältnis zu Obenstruth steht. Durch handwerkliche Tüchtigkeit und Fleiß wird Tilmann Muncker bald zu einem der wohlhabendsten Bürger. Sein Vermögen wird im "Schatzungsregister" von Ferndorf aus dem Jahre 1599 mit 1275 Gulden angegeben. Bemerkenswert ist der Vergleich zu der Gesamtvermögenssumme aller Einwohner (1536 etwa 30 Haushaltungen), die 9820 Gulden beträgt.

       Im einzelnen führt die Vermögensschätzung des Registers für Tilmann M. auf:

       Haus und Hoff 100 Gulde, Garten 1 1/2 Mesten 18 Gulden, Heugewächs 12 Hausten 192 Gulden, Felt 1 1/2 Malter 72 Gulden, Haugberg 1 Meste 1/4 72 Gulden. In Kredenbacher Mark 3 Hausten Heug 48 Gulden, Haugberg 30 Gulden,   an Hammer 6 Tag 300 Gulden, Koln (Kohlen) 18 Fuder 41 1/2 Gulden. "Auf Koln gelehnt": hier folgen 14 Einwohner aus verschiedenen Orten, mit zus. 220 Gulden, für den Wert der "ausgeliehenen" Kohlen. Roeisen vier Wagen voll, je 32 G. 128 Gulden, Rindvieh 8 Stck. 48 Gulden, Schaaf 5 Gulden, Schwein 1 Gulden. Summe 1275 Gulden.

       Wie aus dem "Schatzungsregister" ersichtlich, hatte der Stammvater Tilmann Muncker neben dem Anteil am Hammer auch größeren landwirtschaftlichen Besitz. Mit dem Wert seines Hauses und Gartens steht er an zweiter Stelle der Aufgeführten. Er und Georg Schleifenbaum vorm Berg haben den größten Wiesen- und Feldbesitz zu Ferndorf. Bezeichnend für den Wohlstand ist die Tatsache, daß er kein gepachtetes Land hatte, sondern alles sein Eigen nennen konnte.

       Tilmann Muncker war wie sein Vater Gerichtsschöffe und hatte das Amt eines "Senior.-Kirchenältesten".

       Er heiratete Gerdruth Feldmann , Heirat 30.09.1576 in Kreuztal-Ferndorf, (Tochter von Hans Feldmann und Grete Rode ) Kekule 22017, Religion ev,  * vor 1560 in Kreuztal-Ferndorf im Feldhof,  † 1626 in Kreuztal-Ferndorf vorm Berg, begraben 13.3.1626 in Kreuztal-Ferndorf vorm Berg.

                             Kinder:

                      i.     Margreth Muncker ,  * 1578 in Kreuztal-Ferndorf vorm Berg.

            14.     ii.    Christ Henrich Muncker   * 1580.

                      iii.   Philippus Muncker ,  * 1582 in Kreuztal-Ferndorf vorm Berg,  † 19.2.1586.

                      iv.   Margreth Muncker ,  * 1583 in Kreuztal-Ferndorf vorm Berg,  † 1584, begraben 17.5.1584.

                      v.    Nicolaus Muncker ,  * 1585 in Kreuztal-Ferndorf vorm Berg.

            15.     vi.   Johannes Münker   * 1587.

                      vii.  Barbara Muncker ,  * 1589 in Kreuztal-Ferndorf vorm Berg, getauft 23.3.1589.  Sie heiratete Johannes Spieß , Heirat 18.12.1608 in Siegen, wohnhaft in Siegen.

                      viii. Catharina Muncker ,  * 1591 in Kreuztal-Ferndorf vorm Berg, getauft 11.4.1591,  † 1658 in Kreuztal-Ernsdorf, begraben 25.3.1658 in Kreuztal-Ernsdorf.  Sie heiratete Johann Hofmann , Heirat 11.11.1610 in Kreuztal-Ferndorf,  * 1586 in Kreuztal-Ernsdorf, (Sohn von Johann Hofmann und Elß n.n.) getauft 25.9.1586 in Kreuztal-Ernsdorf,  † 1636 in Kreuztal-Ernsdorf, begraben 27.4.1636 in Kreuztal-Ernsdorf, Beruf Gerichtsschöffe, Beruf Kirchenältester (zu Ernsdorf).

            16.     ix.   Johann (Hans) Wolf Müncker   * 1593.

                      x.    Johannes Münker ,  * 1597 in Kreuztal-Ferndorf vorm Berg, getauft 9.1.1597,  † 1672 in Meppel/Niederlande, Beruf Pfarrer (1608/1609 Paedagogium Herborn, 1615 Höhere Schule Herborn, 1616 stud. Groningen, dann Pfarrer zu Meppel).

 

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