Seiner Ehe entstammten fünf Söhne und etliche Töchter:

a. Claus erwähnt 1593, 1602 als Bruder des Georg und Drewes Schnock

b. Marcus erwähnt 1593 als Bruder des Georg Schnock

c. Peter geb. 1560/65, gest. 1613, erwähnt 1593 als Bruder des Georg Schnock, besaß einen Halbspännerhof in Atzendorf, 1593, 1607, hatte 1600 von der Gemeinde 150 Taler geliehen (Rep. A 3 a Tit. LXVIII Kr. 30), hatte etwa 1585 Anna Rehmann (Rhemann) aus Großottersleben geheiratet, die aus ihrer I. Ehe mit N. Holzgreffe den Halbspännerhof in die Ehe eingebracht hatte. Ihre Tochter aus I. Ehe hatte vor 1613 Caspar Melcher in Tornitz geheiratet. Peters Sohn Levin, geb. 1585/90, gest. nach 1620, hatte vorübergehend in Förderstedt gewohnt und dort 1610/13 Maria Wesche, Tochter des Moritz Wesche, geheiratet. Hatte nach des Vaters Tod dessen Hof in Atzendorf übernommen. Er wird hier 1613, 1614, 1617 und 1620 erwähnt; war 1620 Vormund von Ciliax Düsings Erben gewesen. (Rep. A 4 k II L Nr. 9; A f III A a Nr. 3, fol. 121; A 3 C Tit. XVII b Nr. l, fol. 130; A 9 c XIII Lit. A Nr. 30; D a Egeln A I Nr. 2, Fol. 92 v) Außerdem existierten 1617 noch Erben von Peter in Löderburg.

d. Georg (Gorges, Gorries), geb. 1565/68, gest. nach 1622, erwähnt 1593 als Bruder des Claus, Marcus und Peter Schnock, 1602 als Bruder des Drewes Schnock, Acker­mann in Atzendorf, hatte wahrscheinlich den Hof des Vaters (Hof 47), übernommen. 1617 hatten zu diesem Hof 5 Hufen Erbenzinsacker und weitere 5 Hufen Pachtacker gehört, darunter l Hufe Erbenzinsacker, die seine Frau in die Ehe eingebracht hatte. Georg hatte 1592 Emmel Bedau, eine Tochter des verstorbenen Hans Bedau geheiratet. 1617 hatte der Hof auf der einen Seite den Bruder Drewes (Andreas) sen. (Hof 46) und auf der anderen Seite Peter Düsing zu Nachbaren gehabt. Georgs einziger Sohn Drewes (Andreas) d. Jüngere übernahm 1617 den väterlichen Hof und heiratete noch im gleichen Jahr Margarethe Kuntze, Tochter des verstorbenen Palm Kuntze in Hohendodeleben. Während des Dreißigjährigen Krieges war die Familie entweder ausgestorben oder abgewandert. Der Hof wurde noch während des Krieges mit dem Nachbarhof (Hof 46) vereint (Rep. A 4 k II L, Nr. 9, fol. 204; A 4 k II L Nr. 10; A f III A a Nr. 2; A 9 c XIII Lit. R Nr. 30, fol. 22; D a Egeln A I Nr. 2, fol. 98 u. 100)

e. Andreas (Drewes) d. Ältere s. weiter unten.

f. Margarethe heiratete vor 1602 Kersten Goßmann

g. Tochter heiratete vor 1617 Bernd Fischmann, Richter in Langenweddingen

h. Tochter heiratete ca. 1585 Jacob Fehse, Ackermann in Klein Ottersleben

Andreas(Drewes) d. Ältere, geb. ca. 1570/75, gest. 1623, war jüngster Sohn des Claus Schnock gewesen. Er besaß in Atzendorf eine Ackerwirtschaft (Hof 46) in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem ehemals elterlichen, später seinem Bruder Georg gehörenden Hof (Hof 47). Auf der anderen Seite seines Hofes befand sich das Hirtenhaus am Staßfurter Tor. Sehr wahrscheinlich ist der Hof auf ehemals zum elterlichen Hof gehörenden Gelände errichtet und später mit dem Ackeranteil zum Freihof ausgestattet worden, der bei der Teilung Claus und seiner Familie zugefallen war. Außerdem hatte Andreas noch 1/2 Hufe Acker am Hofe des Hans Kuntze in Atzendorf vererbt (Rep. A 3 c Tit. XXIV Nr. l Baumeisterei). 1602 war Andreas eine Ehe mit Susanne Bertram, eine Tochter des Thomas Bertram in Groß Mühlingen, eingegangen. Die Ehestiftung hatte am 18.05.1602 stattgefunden (Rep. D a Egeln A I Nr.2, S.105). Dieser Ehe entstammte der einzige Hinterbliebene Sohn Gurt d. Ältere, geb. etwa 1603/05. Andreas vertarb 1623, seine Witwe heiratete im folgenden Jahr in zweiter Ehe Joachim Düsing, dem sie Acker vor Groß Mühlingen von ihrem Vater Thomas Bertram zugefreit hatte, da sie über den freien Lehnsacker beim Atzendorfer Hof nicht verfügen konnte (Rep. A 31 a Nr. 602, fol. 125). Interessanterweise hatten seit der Heirat des Sohnes des Georg Schnock 1617 vorübergehend drei Hofbesitzer der Familie Schnock in Atzendorf den Vornamen Andreas besessen. Anzunehmen ist, dass der Sohn des Georg nach dem Tode seines benachbarten Onkels den Hof bis zur Mündigkeit dessen Sohnes Curt mitbewirtschaftet hatte.

C u r t  der Ältere, geb. etwa 1603/05, gest. 1673, hatte den Äckerhof seines Vaters Andreas Schnock in Atzendorf Anfang des Dreißigjährigen Krieges übernommen und hatte Ende der 20er Jahre Catharina Freytag (geb. 1613/14, begr. Atzendorf 14.02.1673), eine Tochter des Peter Freytag in Brumby, geheiratet. Wegen des Kriegsgeschehens hatte er mehrmals hinter den Mauern Staßfurts mit seiner Familie Schutz suchen müssen. Auch wurden hier zwei Kinder von ihm geboren und in der Kirche St. Johannis getauft. Zu gleicher Zeit hatte sich auch sein Vetter Curt d. Jüngere in Staßfurt aufgehalten und hier Kinder taufen lassen. In der Zwischenzeit war Atzendort geplündert und verwüstet worden. Viele Einwohner waren damals von Atzendorf fortgezogen. Wir müssen annehmen, dass sich wahrscheinlich unter diesen auch Curts Neffe Andreas Schnock mit seiner Familie befunden hatte. Für die folgenden Jahrzehnte war dessen Hof mit Curts Hof vereint bewirtschaftet worden. Curt war 1654 mit dem Amt des Richters in Atzendorf betraut worden und hatte dieses bis zu seinem Tode 1673 ausgeübt. Im selben Jahr war auch seine Frau verstorben.

Von ihren hinterlassenen Kindern wurden vier Söhne und eine Tochter bekannt:

a. Peter geb. ca. 1630, Halbspänner in Atzendorf (Hof 69), hatte eingeheiratet, zweimal verheiratet: in erster Ehe 1656 mit Emilia Paul, Tochter des Atzendorfer Richters Hans Paul; sie war bereits verheiratet gewesen 1650 mit Hans Werder, dessen Hof sie Peter zugefreit hatte in zweiter Ehe mit Margarethe Krause.

Seine Kinder aus I. Ehe:

    1. Hans geb. 1657, früh gestorben

    2. Curt geb. 1661, Krüger in Atzendorf

    3. Peter geb. 1663

    4. Catharina heiratete 1684 Hans Bedau, Kossat in Atzendorf

    5. Andreas geb. 1666, Halbspänner (Hof 58) u. Schöppe in Atzendorf, heiratete 1695 Anna Elisabeth Schwerdt.         Kinder aus II. Ehe:

    6. Valentin geb. 1674

    7. Joachim  geb. 1680

    8. Hans geb. 1683, wurde Hoferbe

b. Nicolaus (auch Claus) get. Staßfurt 16.09.1637, gest. 1677 Ackermann (Hof 7) und Schöppe in Atzendorf, heiratete 1661/62 Margarethe Reusemacher (gest. 1706), Tochter des Andreas Reusemacher (verh. mit Susanna Wesche). Kinder:

    1. Elisabeth geb. ca. 1665, heiratete (E.) 24.10.1684 Claus Bedau, Ackermann (Hof 41) in Atzendorf

    2. Samuel   geb. 1675, gest. 1717, Ackermann und Hoferbe (Hof 7), Richter 1712-17, heiratete 1701 Agneta             Busse, Tochter d. Curt Busse, Ackermann in Atzendorf Söhne: Enoch (Hof 43) und Samuel (Hoferbe auf Hof 7)

     3. Agneta   geb. ca. 1670, heiratete in Förderstedt 14.01.1692 Ludolf Wesche in Förderstedt

c. Margaretha get. Staßfurt 03.09.1641

d. Andreas geb. sä. 1642/43, Kossat in Atzendorf (Hof 34)

e. Curt  get. Atzendorf 03.07.1650, begr. Atzendorf 14,02.1712, Ackermann und Hoferbe (Hof 46 u. 47) Richter 1690-1712; heiratete ca. 1680 Agnes Bertram (gest. 12.09.1724), Tochter d. Moritz Bertram in Förderstedt.

10 Kinder, davon:

    1. Peter get. 21.03.1683, gest. 25.06.1774, Kossat in Atzendorf (Hof 36), heiratete 1707/10 die Witwe d. Claus           Schultze und übernahm anfangs deren Hof (Hof 38), tauschte diesen später ein.

    2. Curt get. 05.12.1684, gest. Groß Börnicke 21.01.1744, Ackermann daselbst, heiratete Groß Börnicke                   03.10.1726 Dorothea Hedwig Jahns.

    3. Andreas  15.04.1687, diente als Gens d'Armes und übernahm den Hof seines Schwagers Joachim Kruse in         Atzendorf (Hof 35), dieser hatte eine Tochter des Curt Schnock zur Frau gehabt. Andreas heiratete Maria Bethge.

    4. Moritz geb. 1689, gest. 1749, übernahm vom Vater seinen Hof (Hof 46), jetzt Halbspännerhof, war Schöppe         und heiratete in Atzendorf 24.11.1716 Beate Vogt (geb. 1688/89, gest. 03.01.1762), Tochter des Bernd Vogt,         Ackermann in Atzendorf (Hof 52).

    5. Joachim  get. 18.04.1695, begr. Hecklingen 30.09.1772, Ackerbürger in Hecklingen, zwei Ehen: I. 27.04.1717             Gerdrutha Räder (gest.1735), II. 07.03.1737 Maria Elisabeth Erxleben.

    6. Christoph jüngster Sohn, erhielt den zweiten väterlichen Hof (Hof 47), war Halbspänner und hatte 2 Söhne und         2 Töchter

 

Unsere Ausführungen behandelten die ersten 200 Jahre der Familie Schnock in Atzendorf und zugleich das Schicksal des von ihr im Jahre 1530 käuflich erworbenen Freigutes. Da das Domkapitel damals noch bestrebt war, das Freigut in seiner Ganzheit zu erhalten, obwohl die Familie sich Mitte des 16. Jahrhunderts außer Stande sah, die jeweils erbenden Brüder anteilig auszuzahlen, wurde das Freigut von einer Erbengemeinschaft nach Levin Schnock in den folgenden über 100 Jahren bewirtschaftet. Lehnsträger wurde jeweils der Älteste. So wurde die Geschlossenheit des Gutes weiterhin gewahrt, obwohl die zugehörenden Lehnsäcker unter den erbenden männlichen Vertretern der Familie aufgeteilt wurden, auch dann noch als der zugehörige Wirtschaftshof während des Dreißigjährigen Krieges zerstört und zunächst nicht wieder in seiner alten Größe aufgebaut worden war. Bei der letzten Belehnung im Jahre 1739 hatten 60 Lehnsträger der Familie der Erbengemeinschaft angehört. Sie saßen auf 3 Ackerhöfen, 5 Halbspännerhöfen und 6 Kossatenhöfen in Atzendorf. Ein gutes Beispiel, wie gemeinsamer Besitz den Zusammenhalt einer Familie fördern kann.

Schon zur Zeit des Erwerbs des Freigutes durch die Familie Schnock hatten die ursprünglichen Aufgaben eines solchen im Rahmen der mittelalterlichen Grafenverfassung und des Gutsinhabers gegenüber seinem Lehnsherrn nicht mehr existiert. Auch waren durch den Anpassungsprozess an die bäuerliche Umgebung die einstigen Privilegien fortgefallen. Schließlich hatte nur noch die Belehnung mit den Mannlehensäckern an die einstige Tradition des zugehörigen Freigutes erinnert deren anteiliger Besitz auch noch im 18. Jahrhundert wegen der anhaftenden Dienst- und Zinsfreiheit sehr begehrt war. Wie sehr sich die Familie Schnock der Tradition verpflichtet fühlte, mag die häufige Wiederkehr für sie typischer und über Jahrhunderte gebräuchlicher Vornamen beweisen.

Anmerkung:

Die bei einzelnen Höfen der Familie Schnock in Atzendorf angegebenen Zahlen beziehen sich auf die Nummern der Höfe im Häuser- und Einwohnerverzeichnis im Anhang der Atzendorfer Chronik von Samuel Benedikt Carsted, herausgegeben von der historischen Kommission d. Provinz Sachsen, Magdeburg 1928.

Quelle: Familienforschung Heute Heft 15 (2001)

 

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